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Der Verband › Seit 1912

1912

Frankfurt bewegt sich. Von denselben Menschen.

Seit 41.912 Tagen ohne Unterbrechung

Festzug in einer Frankfurter Straße: Vierergespann heller Pferde mit zwei berittenen Vorreitern in Livree, dahinter eine mit Girlanden und Blumen geschmückte offene Kutsche mit Fahrgästen. Rechts eine bestickte Vereinsfahne, links Zuschauer.
Festzug zur „Rosenausstellung“, Frankfurt um die Jahrhundertwende

Aus dem Verbandsarchiv. Abzug vom 27. Mai 1972 zum 60jährigen Jubiläum der Taxi-Vereinigung, zur Erinnerung an Wilhelm Sturm — laut Notiz auf der Rückseite.

1912

Zwei Jahre vor dem Krieg

In Frankfurt fahren Pferdedroschken. Das Automobil ist eine Seltenheit, teuer und störanfällig. Wer eine Droschke besitzt, ist selbstständig — und allein.

Ein Jahr zuvor, im September 1911, richtet Frankfurt als erste Stadt Deutschlands feste Warteplätze für Motortaxen ein, ausgestattet mit Telefonanlagen — in der Münzgasse entsteht die erste Zentrale für alle Automobil-Taxis der Stadt.

Dieselbe Idee war 1897 schon einmal gescheitert: Das Polizeipräsidium wollte Telefonsäulen an den Droschkenwarteplätzen aufstellen, der Droschkenbesitzer-Verein lehnte geschlossen ab. Es ging um 4,50 Mark je Droschke.

Die Frankfurter Droschkenbesitzer schließen sich zusammen.

Alexander Ruhe: Von der Droschke zum Taxi im alten Frankfurt, August 2011

Gründungsdatum offen

Straßenaufnahme: eine gemauerte Telefonsäule am Straßenrand, davor ein Mann in Uniform am Hörer, dahinter eine offene Motordroschke.
Die erste Auto-Straßen-Telefonzelle in Frankfurt am Main

Alexander Ruhe: Von der Droschke zum Taxi im alten Frankfurt, August 2011

1914 – 1918

Pferde und Fahrer an der Front

Der Erste Weltkrieg entzieht dem Gewerbe beides: die Zugtiere durch Requirierung, die Fahrer durch Einberufung. Wer bleibt, fährt weiter.

Wie kam die Vereinigung durch den Krieg?

1920er

Vom Pferd zum Motor

Das Automobil verdrängt die Droschke. Gleichzeitig frisst die Hyperinflation von 1923 jede Rücklage. Ein Fahrzeug zu ersetzen wird zur Existenzfrage — ein Muster, das sich wiederholen wird.

Wie schnell das ging, lässt sich zählen. 1900 fuhren in Frankfurt 415 Pferdedroschken und kein einziges Kraftfahrzeug. Fünfundzwanzig Jahre später waren die Motoren in der Mehrheit, 1932 war keine Pferdedroschke mehr übrig.

Droschken in Frankfurt
Jahr Pferd Motor
1900 415 0
1914 240 114
Feb. 1925 100 160
1927 46 190 + 60
1930 1 ?
1932 0 292

Alexander Ruhe: Von der Droschke zum Taxi im alten Frankfurt, August 2011

Vor einem gotischen Gebäude steht eine Pferdedroschke mit Kutscher auf dem Bock. Am Wagen ein Schild: „Frankfurts letzte Pferde-Droschke, April 1930“. Umstehende Männer, Kopfsteinpflaster.
Frankfurts letzte Pferde-Droschke, April 1930

Alexander Ruhe: Von der Droschke zum Taxi im alten Frankfurt, August 2011

1948

Neuanfang in einer zerstörten Stadt

Frankfurt liegt in Trümmern. Die Währungsreform setzt alles auf null — und schafft zugleich die Grundlage für den Wiederaufbau. Das Taxi wird Teil der wieder anlaufenden Stadt.

Vereinsleben nach 1945 — Quellen nötig

1960er – 1980er

Der Flughafen verändert alles

Frankfurt wird zum größten Luftverkehrsdrehkreuz der Bundesrepublik. Für das Taxigewerbe entsteht damit die Aufgabe, die es bis heute prägt: Menschen zwischen Terminal und Stadt zu bewegen, rund um die Uhr.

Die Vermittlung wechselt von der Rufsäule zum Funk. Zum ersten Mal weiß eine Zentrale, wo die Wagen stehen.

Das alte Empfangsgebäude des Flughafens mit dem Schriftzug „Flughafen Frankfurt Main“. Unter dem Vordach eine Reihe wartender Taxis, rechts ein Reisebus, davor eine Grünanlage.
Der Taxistand vor dem alten Empfangsgebäude

Aus dem Verbandsarchiv der Taxi-Vereinigung Frankfurt. Ein Urheber ist auf dem Abzug nicht vermerkt.

1990er – 2000er

Messe, Banken, Weltstadt

Frankfurt wird europäischer Finanzplatz und Messestandort. Das Taxi fährt Kongressgäste, Banker, Aussteller — und weiterhin Schulkinder, Dialysepatienten und Menschen, die um drei Uhr nachts nach Hause müssen.

2010er – 2022

Der erste Gegner, der keine Konzession braucht

Vermittlungsplattformen drängen in den Markt. Sie tragen keine Beförderungspflicht, keine Tarifbindung, keine Ortskundeprüfung — und keine Verantwortung vor Ort.

Dann bricht 2020 der Verkehr ein. Messen fallen aus, der Flughafen steht still, die Stadt bleibt zu Hause.

Es ist nicht die erste Krise in 113 Jahren. Aber es ist die erste, in der das Gewerbe selbst zur Debatte steht.

heute

Wir haben nicht reagiert. Wir haben gebaut.

Konzessionsverwaltung am Flughafen Frankfurt. Eigene Apps für Fahrgäste und Betriebe. Festpreise, die vor der Fahrt feststehen. Ein öffentlicher Preisrechner, der zeigt, wohin das Geld geht.

Nichts davon ist Marketing. Es läuft.

Luftaufnahme des Sammelplatzes am Flughafen: rund 150 weiße Taxis stehen in geordneten Reihen auf einer asphaltierten Fläche, rechts daneben eine Zulaufspur mit einer weiteren Wagenschlange.
Der Sammelplatz für Terminal 1

Eigene Aufnahme, 21. September 2026

Wie eine Fahrt bestellt wird

Rufsäule. Funk. App. Dieselbe Aufgabe, drei Jahrhunderte Technik.

Ausschnitt derselben Aufnahme: die gemauerte Rufsäule am Straßenrand, ein Mann in Uniform am Hörer, dahinter eine offene Motordroschke am Halteplatz.
Rufsäule am Halteplatz

Ausschnitt der Aufnahme von 1912 · Alexander Ruhe: Von der Droschke zum Taxi im alten Frankfurt, August 2011

Bildschirm „Fahrtoptionen“. Oben die Strecke vom aktuellen Standort zum Frankfurter Flughafen, darunter vier Fahrzeugklassen — Standard, Premium, Van und XXL — jeweils mit Personenzahl, Wartezeit und festem Preis.
Festpreis vor der Fahrt

morgen

Die Linie endet hier nicht.

Hybride Wege aus Taxi und ÖPNV. Ein Concierge, der Fragen beantwortet, bevor sie gestellt werden. Und weiterhin ein Fahrzeug, das nachts um drei kommt.

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